Psychotherapie und Lerntherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene   Praxis Dr. Hürter Bonn

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Beethoven
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Geisir

                           Psychotherapeut Dr. A. Hürter Bonn

Tipps zum Umgang mit Apps, Spielen und Programmen

1. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Medienkonsum.

2. Spielen Sie gemeinsam.

3. Suchen Sie die Medien-Inhalte mit aus.

4. Verhandeln Sie die Regeln der Mediennutzung.

5. Kontrollieren Sie die Einhaltung der Medienregeln.

6. Tauschen Sie sich mit Eltern aus.

7. Erkennen Sie die Warnzeichen.

8. Halten Sie die Konflikte aus.

9. Seien Sie Vorbild in Sachen Mediennutzung.

10. Schaffen Sie analoge Angebote.

Sprechen Sie mit Ihren Kindern über aktuelle  Favoriten bei den Spielen, den Videos und Social Media. Lassen  Sie sich zeigen, warum die Inhalte faszinieren. Bleiben Sie im Ton wertschätzend statt besserwissend. Sprechen Sie im Dialog über die Schattenseiten wie Respektlosigkeit, Hetze, Mutproben, Verletzung von Urheberrechten und Geldmacherei.

Wenn Sie mit dem Controller in der Hand gegen Ihre Kinder antreten, entsteht ein Gemeinschaftsgefühl. Jüngere lernen, dass auch bei begrenzter Zeit viel Spaß entstehen kann.

Spiele, Filme und Apps - Jüngere sollten sie nicht ohne Hilfe der Eltern auswählen. Wertvoll sind digitale Angebote, die die Kreativität anregen.

Kinder fühlen sich ernst genommen und kooperieren besser, wenn sie die Regeln zur Mediennutzung mit den Eltern vereinbaren. Ein schriftlicher Medienvertrag schafft Sicherheit. Darin stehen Abmachungen zu Zeiten, Inhalten(z. B. keine Gewalt), Nutzungsorten und Nachtlager für Geräte (nicht im Kinderzimmer). Eltern verpflichten sich auch - etwa nur in freundlichem Ton zu ermahnen. Die erlaubte Zeit ist oft der strittigste Punkt. Sehen Sie nicht zu starr auf die Zeiten und passen diese situativ an, z. B. das Level zu Ende spielen oder den Film zu Ende gucken. Richtschnur: 30 Minuten für Drei- bis Fünfjährige, bis zu einer Stunde für Sechs- bis Neunjährige. Für ältere Kinder und Jugendliche bietet sich ein Wochenkonto mit einem Guthaben von einer Stunde/Lebensjahr an. Ab etwa 16 Jahren können Vorgaben entfallen. Ein eigenes Handy empfiehlt sich ab dem Wechsel zur weiterführenden Schule. Wichtig ist: Regeln proaktiv anpassen, sobald sich das Kind entwickelt.

Die Kontrolle kann durch einen Stundenplan erfolgen, auf dem die Kinder eintragen, wann sie was auf welchem Gerät gemacht haben. Technisch ergänzend kann der Zugang zum Router auf bestimmte Uhrzeiten begrenzt werden. Die Nutzungszeit lässt auf Smartphone, Tablet und Co limitieren: über Family-Link bei Android und Bildschirmzeit bei iOS-Geräten. Stellen Sie am Browser Werbeblocker ein. Deaktivieren Sie Autoplay auf Youtube oder Netflix. Legen Sie bei Netflix Profile mit Altersbeschränkung an und schützen Sie Ihr eigenes Profil mit einem Passwort. Loben Sie Ihr Kind bei Regeleinhaltung.

Ihre Aufmerksamkeit ist gefordert, wenn die Kinder sehr viel Zeit mit elektronischen Medien verbringen und sich ihr Verhalten verändert:: Kinder meiden den persönlichen Kontakt zu Hause, geben Freizeitaktivitäten auf und ändern ihre Tagesstruktur. Sie spielen bis in die Nacht und liegen bis mittags im Bett. Oft leidet die Schule. In Gesprächen wird der Medienkonsum geleugnet. Bleiben Sie in Ihrer Einschätzung klar, bleiben Sie sachlich, halten Sie die Konflikte aus. Sind Sie ein gutes Vorbild? Checken Sie in Ihrer Freizeit, bei Tisch und Spiel mit den Kindern oft Nachrichten auf dem Handy? Wie intensiv spielen Sie selbst? Mit welchem Interesse gehen Sie selbst analogen Angeboten nach?

Auch wenn Kinder erst keine Luftsprünge machen, genießen sie am Ende oft den Ausflug, die Aktivität mit Familie und Freunden, den Musikunterricht, den erfolgreichen Abschluss der Hausaufgaben, das Radfahren, Skaten und Kicken.

Quelle:
Kinder und Medien. Richtig umgehen mit Apps, Spielen, Programmen. Stiftung Warentest, 23.03.21