Psychotherapie und Lerntherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene  Praxis Dr. Hürter Bonn

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Beethoven
Geisir

                Psychotherapeut Dr. A. Hürter Bonn

Gemeinsam können wir es schaffen.

Neben der Form der Psychotherapie sind das psychologische und psychotherapeutische Wissen des Behandlers und seine persönlichen Voraussetzungen für den Erfolg der Behandlung bedeutsam: die Zuversicht des Therapeuten, die Breite und Tiefe seiner therapeutischen Erfahrungen und der gelingende Dialog zwischen Therapeut und Patientin/Patient.

Aktuelles:

 

Psyche und Gehirn gehören zusammen wie zwei Seiten einer Medaille. Beide sind ein Leben lang durch neue Vernetzungen von psychischen und neuronalen Strukturen veränderungsfähig.

Ergebnisse der modernen wissenschaftlichen Psychotherapieforschung
Vieles von dem, was wir als Menschen erlebt haben und was uns heute antreibt, ist uns bewusst. Aber vieles bleibt uns unbewusst und beeinflusst uns im positiven wie negativen Sinne. Eine moderne Psychotherapie sucht nach den Stärken der Patienten und unterstützt die starken Anteile der Person. Die positiven Stärken sind oft nicht einmal bewusst und wollen im Dialog entdeckt werden.
Gesundheit bedeutet, in einem Wechsel von Anspannung und entspanntem Zustand zu leben. Dies setzt positive Beziehungserfahrungen voraus, sowohl in der Therapie als auch in der Umwelt der Patienten. Menschen brauchen ein gutes Maß an Kontrolle und ein positives Selbstwertgefühl. Sie können sich dann auf Neues einlassen und haben die Gewissheit, dass sie ihr Leben beeinflussen.

“Gemeinsam ticken”: Gemeinsames Musizieren vernetzt Gehirne in hirnübergreifenden Netzwerken
Jeder, der schon einmal mit anderen musiziert hat, kennt das Phänomen: Der Impuls für das eigene Handeln scheint nicht mehr vom Geist des Einzelnen alleine auszugehen, sondern viel stärker durch die koordinierte Aktivität der Gruppe gesteuert zu sein. Tatsächlich bilden sich beim gemeinsamen Musizieren hirnübergreifende Netzwerke, wie die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin beim gemeinsamen Spiel von Gitarristen nachwiesen.
Wenn Menschen Handlungen miteinander koordinieren, entstehen kleine Netzwerke innerhalb des Gehirns und auch zwischen den Gehirnen, besonders dann, wenn die gegenseitige Abstimmung wichtig ist und gewünscht ist. “Wir gehen davon aus, dass Hirnwellen unterschiedlicher Personen sich auch dann synchronisieren, wenn Menschen ihr Handeln auf andere Weise koordinieren, etwa beim Sport, oder wenn wir miteinander kommunizieren”, sagt Johanna Sänger vom MPI Berlin.
Die Psychologen und Psychologinnen der Forschergruppe untersuchten in einer Reihe von Studien die Hirnaktivität von geübten Gitarristen mittels simultaner Hirnstrommessungen. Sie wiesen nach, wie sich die Hirnströme der Musiker schon nach kurzer Zeit im genau gleichen Rhythmus schwangen. Ein Prinzip, das auch bei Mannschaftssportlern, Artisten, Chorsängern und in der Liebe eine Rolle spielt, auch in der Psychotherapie, wo sich zwei Menschen aufeinander einstellen und koordinieren und so gemeinsam einen Fortschritt erreichen, der einem Menschen allein nicht möglich ist. Die Forschung bestätigt die Konzepte der Empathie, der Übertragung und Gegenübertragung in der tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Psychotherapie.
www.zdf.de/Terra-X/Neues aus dem Reich der Superzeitlupe, 31.3.2013
www.mpib-berlin.mpg.de/de/presse/2012/gemeinsamesMusizierenvernetztGehirne Max-Plank-Insitut für Bildungsforschung, Entwicklungspsychologie, Lentzeallee 94, 14195 Berlin

 

Meditation: Entspannung jenseits von Esoterik und Spiritualität
Hier eine Anleitung in wenigen Schritten:
1. Suchen Sie einen sicheren und ungestörten Ort auf. Sorgen Sie dafür, dass Sie ungestört bleiben.
2. Machen Sie es sich in aufrechter Haltung auf einem Stuhl bequem, damit Sie nach Möglichkeit nicht einschlafen.
3. Überlegen Sie sich ein Wort, ein Bild, Geräusch oder eine Zahl als Bezugspunkt Ihrer Aufmerksamkeit, als einen Fokus, der für Sie eine positive oder neutrale Bedeutung hat.
4. Schließen Sie, wenn Sie mögen, die Augen.
5. Atmen Sie ruhig aus und ein, aber erzwingen Sie keinen bestimmten Atemrhythmus.
6. Sagen Sie zu sich selbst und still beim Ausatmen Ihr Wort oder stellen Sie sich ihr Bild oder Geräusch vor.
7. In immer wiederkehrender Wiederholung dieses Vorgangs (ohne körperliche oder geistige Anstrengung/Aufregung) verbleiben Sie für 10-20 Minuten.
8. Störende oder ablenkende Gedanken werden passiv ignoriert.
9. Nach Ablenkungen kehren Sie immer wieder zu Ihrem Atem und Fokus zurück.
Je regelmäßiger Sie diese Meditationsübung machen, am besten täglich, umso erfolgreicher werden Sie sein.
aus: Meditation oder Sport? Qarks & Co, WDR Fernsehen, 23.10.2012

Wie lobt man richtig?
Wenn uns jemand Anerkennung schenkt, werden wir wahrgenommen und wertgeschätzt. Das wirkt sich positiv auf unser Selbstbild aus und wir werden motiviert, uns weiter anzustrengen. Wir werden beziehungsfähiger, wenn wir als Kinder häufig gelobt wurden. Noch als Erwachsene bringen wir der Umwelt mehr Vertrauen entgegen und haben engere Beziehungen zu Freunden.
Für Babys ist eine positive Spiegelung sogar lebensnotwendig. Niemand kann auf Dauer ohne Anerkennung auskommen.
Wie lobt man so, dass es gut ankommt? Ein Lob, das stärkt und motiviert, sollte ehrlich sein. Je genauer das Lob benannt wird, desto stärker wirkt es. Und wenn man vermeiden will, dass ein Lob als gönnerhaft empfunden wird, kann man versuchen, sich selbst auch in das Lob mit einzubringen, etwa: “ ... das bewundere ich an dir!” oder “Ich freue mich mit dir.” Aber auch Anerkennung in Form von Ermutigung - “Mach das, das trau ich dir zu!” - wirkt beglückend und als Kraftquelle.
Was kann man tun, wenn man sich mehr Lob wünscht? Zuerst einmal kann man andere natürlich um ein Feedback bitten. Lob ist bestimmt auch dabei.
Stinkt Eigenlob wirklich? Eigenlob stinkt nicht, wenn man es nicht übertreibt. Warum sollte man sich nicht auch einmal ausgiebig über seine Erfolge freuen? Und auch vor anderen darf man sich ruhig einmal auf die Schulter klopfen, wenn einem etwas gelungen ist. So eine positive Haltung hilft übrigens auch, das Lob von anderen zuzulassen und nicht verschämt abzuwiegeln.
Informationen zum Service Psychologie, Leonardo-Newsletter vom 19.07.21, WDR 5, Westdeutscher Rundfunk

Zu sagen: “Das wächst sich aus.”, stimmt nicht.
Die Mannheimer Längsschnittstudie untersucht seit 35 Jahren die gesundheitliche Entwicklung von 600 Einwohnern aus der gleichnamigen Stadt . Diese weltweit einzigartige Untersuchung kommt heute zu folgenden Kernaussagen:Zwei Drittel der Bürger sind im Langzeitverlauf psychisch stabil und gesund. Ein knappes Drittel leidet unter psychischen Erkrankungen. Dieses Verhältnis von etwa 2:1 ist über den gesamten Zeitraum unverändert. D. h. es ist kein Lebensalter vor psychischen Krisen gefeit, alle Lebensalter sind in gleichem Maße betroffen.
Die psychische Beeinträchtigung ist über die Zeit dauerhaft. D. h. die Zeit heilt nicht von allein die Wunden. Die Wunden des Kindesalters wachsen sich nicht von allein aus, im Gegenteil: sie wachsen und nehmen unbehandelt zu.
Die kindlichen psychischen und sozialen Belastungen haben den entscheidenden Einfluss auf erwachsenes Wohlbefinden oder psychische Belastung. D. h. frühe Hilfen vermeiden psychisches Leiden.
Dr. Rüdiger Nübling, Psychotherapeutenjournal 1/2011, S. 57-61

“Vier Ohren und vier Schnäbel”: Vom richtigen Reden und Zuhören
Das Kommunikationsmodell der “Vier Ohren und vier Schnäbel” ist als Kommunikationsquadrat bekannt und zeigt, dass in einer Aussage immer vier Ebenen stecken: die Sachebene, die Selbstaussage, die Aussage über die Beziehung zwischen Sprecher und Hörer und die Appellebene. Meist steht einer dieser Aspekte im Vordergrund der Aussage, aber die anderen schwingen immer mit und alle treffen auf die analogen vier Ohren des Empfängers.
Ein übergroßes Beziehungsohr ist ein häufiger Grund für Missverständnisse: Ist der Empfänger einer Botschaft gerade ohnehin der Meinung, dass er selbst nicht gut im Leben steht und hat er vielleicht noch ein Vorurteil gegenüber dem Sender, kann eine Nachricht schnell falsch verstanden werden.
Was weniger bekannt ist: Der Sender kann davon überzeugt sein, etwas Bestimmtes nur rein sachlich richtig gesagt zu haben. Er merkte aber nicht, dass eine negative Haltung gegenüber dem Empfänger mitschwang und wundert sich dann, dass seine ‘gut gemeinte’ Aussage unerwartet “falsch ankommt”.
Häufig sind es also die Probleme, die dadurch entstehen, dass die Sachebene einer Information mit der Beziehungsebene aus dem Gleichgewicht gerät. Wenn jemand eine Aussage trifft, die ihm gar nicht zusteht oder nicht in dieser Art zusteht. Wenn beispielsweise ein Kollege dem anderen sagt, was dieser zu tun habe, obwohl sie gleichgestellt sind. Dann sollte die Beziehung geklärt werden, indem man schon offen sagt, dass der Ton unangemessen ist oder dass der Kollege sich als Chef gebärdet.
Dass man wirklich verstanden wird und den anderen versteht, ist häufig ein Trugschluss. Automatisch interpretieren wir ständig die Aussagen anderer. Weil dabei aber unsere eigene Verfassung, Eigenschaften und Wünsche oder Ängste einfliessen, ist diese Interpretation oft nicht richtig. Wir hören nicht auf allen vier Ohren gleichmässig gut.
Deshalb sind Nachfragen hilfreich: “Wie hast du das gemeint?” “Warum sagst du das? Glaubst du, ich sei ...?” “Hab ich das richtig verstanden, das ...?” Und auch Klärungen sind aus psychologischer Sicht durchaus erlaubt und hilfreich. Vor allem klärende Sätze, die die Beziehungs- und die Sachebene auseinander halten, etwa so: “Ich stimme zwar mit Ihnen überein, aber wie Sie mit mir reden, kommt mir vor, als würden Sie mich nicht ernst nehmen.”
Informationen zum Service Psychologie, Leonardo-Newsletter vom 29.12.11, WDR 5, Westdeutscher Rundfunk
weiterführende Literaturhinweise bei Dr. A. Hürter erhältlich

Wenn Kinder trauern, brauchen sie eine gute Begleitung.
Auch wenn wir es nur zu gerne verdrängen: Früher oder später macht jeder von uns die Erfahrung, Menschen zu verlieren, die einem nahe stehen. Auch Kinder müssen erleben, dass ein Elternteil oder Geschwister sterben. Alleine verkraften sie das aber nicht ohne weiteres. Sie brauchen eine gute Begleitung, manchmal auch Hilfe von außen.
Das Sterben und der Tod eines nahe stehenden Menschen kann vielfältige Gefühle auslösen: Traurigkeit, Angst, Verzweiflung, Schuld, Wut oder Leere. Die gesamte Lebenssituation verändert sich: Nichts ist mehr, wie es einmal war und man ahnt, dass es auch nie mehr so werden wird.
Trauer ist ein Prozess.
Jeder reagiert anders auf den Verlust. Manche weinen und schreien, andere sind wie erstarrt. Manche funktionieren, brechen aber zusammen, sobald sie nicht mehr abgelenkt sind. Wieder andere sind überhaupt nicht in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen. Und jeder trauert auf seine Weise. Es ist ein Prozess, ein individueller Prozess, der über Jahre und Jahrzehnte gehen kann. Man kann es nur bedingt steuern. Die Person rückt weiter weg mit der Zeit. Es tauchen immer wieder und immer andere Erinnerungen auf, verbunden mit verschiedenen Gefühlen. Z. B. erinnert man sich an einen Streit und hat deshalb Schuldgefühle. Oder der Ärger mit den Handwerkern löst Wut aus, weil man mit der Verantwortung für das gemeinsame Haus jetzt allein gelassen ist. Oder man steht an einem Ort, den beide geliebt haben.
Nicht verdrängen, aber auch nicht darin ertrinken.
Trauergefühle ständig zu verdrängen, ist nicht gut, weil man so an seinen Bedürfnissen vorbei lebt. Andererseits braucht man auch Pausen, in denen man nicht darüber nachdenkt, sonst könnte sich das zu einer tiefen Depression entwickeln. Es ist gut, sich wieder und immer wieder dem Leben und der Zukunft zuzuwenden.
Kinder trauern anders.
Kinder empfinden - genauso wie Erwachsene - Leere, Wut, Verzweiflung, Schuldgefühle, Angst. Sie sind aber oft nicht so kontrolliert und diszipliniert. Sie springen raus und rein. Z. B. spielen sie, irgendetwas erinnert an die Person, die gestorben ist, und sie weinen plötzlich. Oder sie stellen Fragen, die zeigen, dass sie das Thema gerade sehr beschäftigt. Und da für sie der Tod noch schwerer zu begreifen ist, brauchen sie eine Bezugsperson, die ihnen Halt gibt und Informationen. Das ist eine Aufgabe, die Eltern oft an ihre Grenzen bringt, weil sie selbst vom Verlust tief betroffen sind.
Trauerbegleitung und Psychotherapie
Es gibt deshalb Angebote der Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Einzeln, in Gruppen oder als Familie findet man mit Hilfe von geschulten Mitarbeiterinnen heraus, wo jeder gerade steht im Trauerprozess und was er jetzt braucht. Der Trauernde bestimmt das Tempo, und wann er worüber reden möchte. Oft wird in der Familie nicht richtig darüber gesprochen, weil jeder Angst hat, der andere könnte weinen. Kindern fällt es oft schwer, ihre Gefühle auszudrücken. Die Begleitung hilft, Worte zu finden, Gefühle wahrzunehmen und sie sich auch als normal zu gestatten. Diese Vorgehensweise stammt aus der Psychotherapie. Wenn die Trauerbegleitung nicht ausreicht, dann sind andere Hilfen nötig, wie eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie beim Psychotherapeuten Ihres Vertrauens.Linktipps:
www.trau-dich-trauern.de
www.bv-trauerbegleitung.de
Leonardo-Newsletter vom 18. August 2011, Informationen zum Service Psychologie, WDR 5, Westdeutscher Rundfunk

Langzeitstudie der Techniker Krankenkasse kommt zu dem Ergebnis: Psychotherapie ist nachhaltig wirksam
Mehr als 60% der Patienten, die sich bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten behandeln lassen, geht es danach wesentlich besser. Die Wirkung der psychotherapeutischen Behandlung ist langfristig messbar. Selbst ein Jahr nach Abschluss der Behandlung nehmen die psychischen Belastungen, die zu einer Psychotherapie führten, noch weiter ab. Die behandelten Patienten litten unter vergleichbar schweren Belastungen und Einschränkungen wie stationär behandelte Patienten.
Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Langzeitstudie, die jetzt vorgelegt wurden.
Von 2005 bis 2009 nahmen 1.708 Patienten und knapp 400 Psychotherapeuten in Westfalen-Lippe, Hessen und Südbaden an dem von der Techniker Krankenkasse finanzierten Modellprojekt teil. Patienten wie Psychotherapeuten bewerteten die Erfolge während, am Ende und ein Jahr nach der Behandlung.
Die Studie belegt ausserdem, dass ein ausreichendes psychotherapeutisches Behandlungsangebot wirtschaftlich ist. Eine Psychotherapie kostete durchschnittlich 3.200 Euro. Da die Patienten wieder arbeitsfähig wurden oder ihre Arbeitsproduktivität nicht mehr eingeschränkt war, wurden gesamtgesellschaftliche Kosten in Höhe von durchschnittlich 10.425 Euro eingespart. Die Kosten-Nutzen-Relation von Psychotherapie beziffert die Techniker Krankenkasse auf 3,26, d. h. jeder Euro, der in eine Psychotherapie investiert wird, führt innerhalb eines Jahres zu einer Einsparung von ca. zwei bis vier Euro.
Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen, Newsletter, www.ptk-nrw.de, 10.06.2011
Anmerkungen: Die Erfolgsrate einer deutlichen Besserung bei über 60% der Patienten steht einer medikamentösen Behandlung keineswegs nach. Mehr noch: Selbst nach Abschluss der Behandlung und ohne eine weitere Behandlung verbessert sich der Zustand der Patienten weiter, wie es sich noch 1 Jahr später nachweisen lässt.

Durch Gespräche heilen - das therapeutische Gespräch
Der Klient steht im Mittelpunkt.

In einem freundschaftlichen Gespräch geht es meist um einen Austausch von Erlebnissen und dem, was die Gesprächspartner über bestimmte Dinge denken. Ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten ist dagegen auf die Probleme und das Befinden des Klienten fokussiert. Der Therapeut lässt seine eigenen Anschauungen und Erfahrungen aussen vor und versucht, die Erzählung sanft zu lenken. Gleichzeitig versucht er, Muster im Denken und Handeln des Klienten zu entdecken. Er hört also konzentriert zu, entwirft Hypothesen über den Klienten und überprüft sie durch gezieltes Nachfragen.
Ein sicherer Raum.
In der Psychotherapie wird ein Raum geschaffen, in dem der Klient alles erzählen kann, ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass er jetzt schon zum wiederholten Mal über das gleiche Problem, z. B. seine Kinder, klagt. Und er muss sich auch keine Gedanken darüber machen, was sein Gegenüber wohl denkt, wenn er von außergewöhnlichen Gedanken und Gefühlen spricht, etwa von Selbstmordgedanken. Ein Psychotherapeut muss im Gegensatz zu Freunden nicht geschont werden. Therapeuten stehen wie Ärzte unter Schweigepflicht. Allein das macht viele Menschen freier darin, auch in Details über sich selbst zu sprechen.
Verschiedene Methoden und Gesprächstechniken
Psychotherapeuten versuchen, durch gezielte Fragen und sanftes Lenken des Gesprächs zu erreichen, dass ihre Klienten Auslöser für ihre Probleme erkennen, neue Handlungsmöglichkeiten für sich entdecken, oder auch beispielsweise Wut oder Trauer über bestimmte Ereignisse spüren. Die verschiedenen Therapierichtungen gehen unterschiedlich vor.
Handeln und Denken
Was Menschen in schwierigen Situationen, zum Beispiel in Auseinandersetzungen, über sich selbst denken, wie sie sich in einer solchen Situation verhalten haben, und wie sie sich dadurch fühlen, solche Fragen klären eher Verhaltenstherapeuten.
Die Gedanken schweifen lassen
In einer Psychoanalyse ist das therapeutische Gespräch ganz besonders dadurch gekennzeichnet, dass der Psychoanalytiker oder die Analytikerin sich zurück nimmt. Die Klienten werden unter anderem dazu angehalten, frei zu assoziieren, also einfach zu erzählen, was ihnen in den Sinn kommt. Die Idee dahinter ist, dass egal, was der Klient erzählt, alles seinem Denken und Fühlen entspringt und ihn - mit Hilfe der lenkenden Anmerkungen des Therapeuten - näher an sein inneres Erleben bringt und ihm verdrängte Erlebnisse oder Gefühle näher bringt.
Vergangenheit und Gegenwart
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bewegt sich etwas zwischen der Verhaltenstherapie und der Psychoanalyse. Wie sehr in die Vergangenheit geschaut wird, oder ob eher über Alltagsprobleme ein Zugang zu Problemen und Störungen gefunden wird, hängt mehr davon ab, worauf sich der Klient gut einlassen kann. Es ist ein Gespräch, in dem der Therapeut wenig Vorschläge macht, worüber gesprochen werden soll und sehr auf den Klienten eingeht.
Leonardo-Newsletter vom 21. April 2011, Informationen zum Service Psychologie, WDR 5, Westdeutscher Rundfunk

“Wie Systemische Psychotherapie arbeitet und wirkt.”
“Was ist Systemische Psychotherapie? Systemische Psychotherapeuten gehen davon aus, dass viele Menschen krank werden, wenn etwas in ihren Beziehungen zu anderen nicht stimmt. Der Mensch ist für sie nicht nur Körper und Seele, Biologie und Psyche. Er ist auch ein soziales Wesen. Deshalb richten sie ihren Blick nicht so sehr auf Krankheitssymptome oder Probleme, die Patienten ihnen schildern. Sie sehen vielmehr genauer die Beziehungen an, die diese zu Familienangehörigen, Freunden oder Kollegen unterhalten.
Für wen ist eine Systemische Psychotherapie geeignet?
Bei Erwachsenen ist für Depression, Schizophrenie, Essstörungen und Sucht durch Studien belegt, dass die Systemische Psychotherapie mindestens genau so wirksam ist wie anerkannte Therapieverfahren. Gleiches gilt für Essstörungen, psychosomatische Probleme und Aufmerksamkeitsdefizite bei Kindern und Jugendlichen. Besonders bei Jugendlichen, die unter Ess- und Suchtstörungen leiden, schneiden Systemische Therapien sogar besser ab als andere Psychotherapieverfahren. Systemische Therapeuten arbeiten mit einzenen Patienten ebenso wie mit Paaren oder ganzen Familien.
Wie lange dauert eine Systemische Psychotherapie? In der Regel reichen 20 Sitzungen oft aus.
Zahlen die Krankenkassen eine Systemische Psychotherapie?
Seit Dezember 2008 ist diese Therapieform in Deutschland wissenschaftlich anerkannt. Ein Richtlinienvefahren ist sie aber noch nicht. Einige private Kassen übernehmen die Kosten. Viele Systemische Therapeutinnen und Therapeuten können mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen, weil sie auch in einem anerkannten Verfahren ausgebildet sind, in tiefenpsychologischer oder analytischer Psychotherapie oder in Verhaltenstherapie.”
Leonardo-Newsletter vom 11. November 2010, Informationen zum Service Psychologie, WDR 5, Westdeutscher Rundfunk
Link: Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) www.dgsf.org

Tiefenpsychologische Therapie
Tiefenpsychologisch geschulte Psychotherapeuten sehen die Ursachen für psychisches Leiden oder gestörtes Verhalten ihrer Patienten in unbewussten Konflikten und Gewohnheiten. Und sie nehmen an, dass diese ungenügend gelösten Konflikte ihre Ursache in der Biographie ihrer Patienten haben.
Wie arbeitet die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?
Um an die Knackpunkte der Vergangenheit heranzukommen, achten die Therapeutinnen und Therapeuten sehr genau auf das, was sich in der Gegenwart, im Gespräch zwischen ihnen und ihren Patienten abspielt. Denn da kommt es in der Regel sehr schnell zu einem Phänomen, das die Fachleute als “Übertragung” bezeichnen. Neigt ein Patient zu aggressivem oder stark kontrolliertem Verhalten, wird er oder sie sich früher oder später auch gegenüber dem Therapeuten so benehmen.
Wie gelangen die Therapeuten an die Ursachen?
Um bei dem Beispiel zu bleiben: Sie bleiben ganz ruhig, schimpfen nicht zurück, lassen sich nicht provozieren, sondern halten dem Patienten gewissermaßen einen Spiegel vor. Das heißt, sie helfen ihm durch sprachliche Rückmeldung zu erkennen, was er da gerade macht und empfindet. So kann er sich selber besser erleben. Beinahe zwangsläufig gelangt er dann im Gespräch mit dem Therapeuten zu den Konflikten in der eigenen Lebensbiographie. Welche emotionalen Erfahrungen waren in seiner Kindheit prägend? Vielleicht hat sich der Vater oder eine andere Bezugsperson ihm gegenüber aggressiv verhalten. Oder das Kind zu sehr eingeschränkt und diszipliniert, es an sich gebunden. Vielleicht war die Umwelt unzuverlässig und überforderte das Kind. Oder half dem Kind nicht zu lernen, auf seine Gefühle zu achten und für sich zu sorgen.
Problem erkannt, Fehlverhalten gebannt?
Es reicht nicht, nur mit dem Kopf zu verstehen, warum man sich so oder so verhält und wie Verhaltensmuster das eigene Leben geprägt haben. Die rationale, allein verstandesmäßige Einsicht bringt die Patientinnen und Patienten noch nicht ans Ziel. Das hat die Psychotherapieforschung gezeigt. Deshalb ist auch das emotionale (Wieder-) Erleben in der Beziehung zum Therapeuten oder zur Therapeutin so wichtig. Wenn diese Erlebnisse der Gegenwart dann vor dem Hintergrund vergangener Erfahrungen interpretiert werden, weckt das oft Erinnerungen an frühe, oft schmerzhafte Erlebnisse.
Für wen eignet sich eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?
Sie wird für Menschen empfohlen, die Phobien haben, also starke Ängste, sei es vor Menschen, oder eine diffuse Ängstlichkeit. Sie eignet sich für Menschen mit Aggressionen genauso wie für sehr angepasste oder depressive Patienten. Oft arbeiten tiefenpsychologisch geschulte Therapeuten mit Menschen, deren Persönlichkeit gestört ist. Auch für Patienten mit psychosomatischen Beschwerden kann die Therapieform sinnvoll sein.
Was ist der Unterschied zu einer analytischen Psychotherapie?
Beide Verfahren sind Kassenleistungen. Doch die Therapeuten verwenden inzwischen für beide lieber den Oberbegriff “psychodynamische Psychotherapie”. Nach eingehender Prüfung entschied der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie 2004, dass es keine wissenschaftliche Grundlage dafür gebe, von zwei getrennten Verfahren zu sprechen.
Wie wirksam ist eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?
 Lange Zeit haben die Anhänger dieser aufdeckenden Therapien mit den Verfechtern von eher einübenden Verhaltenstherapien darüber gestritten, welche besser wirkt. Dieser Streit ist mittlerweile beigelegt. Die Forschung hat gezeigt, dass nicht allein die Art des Verfahrens über Erfolg oder Misserfolg einer Therapie entscheidet. Ebenso wichtig scheint es zu sein, wie gut die Beziehung zwischen Patient und Therapeut funktioniert. Hier zählt die Sicht des Patienten, sein subjektives Erleben der therapeutischen Beziehung und seine Bereitschaft, Veränderungen anzunehmen und umzusetzen.
Leonardo-Newsletter vom 20. Januar 2011, Informationen zum Service Psychologie, WDR 5, Westdeutscher Rundfunk
Linktipp: Deutsche Fachgesellschaft für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, DFT, http://www.dft-online.de/index.php?option=com_content&task=view&id=206&ITemid=96